Wie funktioniert Satelliten Internet?
Inhaltsverzeichnis
TL;DR
Satelliten-Internet nutzt Kommunikationssatelliten in der Erdumlaufbahn, um Daten zwischen Nutzern und dem Internet zu übertragen – ganz ohne Kabel oder Mobilfunkmasten. Moderne LEO-Satelliten (Low Earth Orbit) in 500-2.000 km Höhe bieten Geschwindigkeiten von 50-200 Mbit/s bei Latenzen von 20-40 ms und machen die Technologie konkurrenzfähig mit DSL oder Kabel. Die Lösung eignet sich für Privathaushalte in ländlichen Gebieten, Unternehmen als Backup-Verbindung und Behörden im Katastrophenschutz. Hauptvorteil: Verfügbarkeit praktisch überall. Nachteile: höhere Kosten und Wetterabhängigkeit.
Vorgeschichte
Internet via Sat wurde Mitte der 90er Jahre eingeführt, hat aber mit der heutigen Technologie nur noch wenig zu tun. Anfangs konnte Satelliteninternet nur in Verbindung mit einem zusätzlichen Telefonanschluss genutzt werden und hatte eine schmale Bandbreite und geringes Datenvolumen. SES Astra war einer der Pioniere dieser Technologie, die hauptsächlich von der Deutschen Telekom unter dem Namen Astra 2 Connect oder T-DSL via Sat vermarktet wurde.
Weiterentwicklung von Satelliten-Internet
Heutzutage ist Internet via Sat bidirektional, was bedeutet, dass die Daten sowohl im Downstream als auch im Upstream über den Satelliten geleitet werden. Die Bandbreiten und das Datenvolumen entsprechen heutzutage denen von DSL-Anschlüssen. Daher ist Internet via Sat eine ideale Alternative zu DSL und unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur. Alles, was man für die Nutzung benötigt, ist eine spezielle Satellitenschüssel, die in Südausrichtung am Wohnhaus oder auf dem Dach montiert wird. Die moderne KA-Band Technik von Viasat bietet eine Bandbreite von bis zu 50 MBit/s im Download und bis zu 6 MBit/s im Upload. Mit der Satellitenantenne können auch Fernsehprogramme in HD-Qualität empfangen und über das Festnetz telefoniert werden (VoIP).
Für Privatpersonen: Überall vernetzt bleiben
Für Privatnutzer eröffnet Satelliten-Internet völlig neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Wer im Homeoffice arbeitet, aber in ländlichen Gebieten ohne DSL- oder Glasfaseranschluss lebt, findet hier eine vollwertige Alternative. Die modernen LEO-Systeme bieten ausreichende Geschwindigkeiten für Videokonferenzen, Cloud-Anwendungen und Streaming.
Besonders interessant ist die Technologie für Wohnmobil-Besitzer und digitale Nomaden. Mobile Satellitenterminals ermöglichen es, auch unterwegs oder an abgelegenen Campingplätzen produktiv zu bleiben. Familien in strukturschwachen Regionen können ihren Kindern damit Zugang zu Online-Bildungsangeboten ermöglichen, ohne auf das Ausbauprogramm der Telekommunikationsanbieter warten zu müssen.
Ein weiterer Vorteil: Die Installation ist meist innerhalb eines Tages erledigt. Keine monatelangen Wartezeiten auf einen Techniker, keine Grabungsarbeiten im Garten. Terminal aufstellen, ausrichten, und schon kann es losgehen.
Satelliten-Internet Unternehmen: Flexibilität und Ausfallsicherheit
Unternehmen nutzen Satelliten-Internet vor allem dort, wo terrestrische Verbindungen nicht verfügbar oder nicht zuverlässig sind. Baustellenmanagement, temporäre Veranstaltungsorte, Außenlager oder Produktionsstätten in Gewerbegebieten ohne Glasfaseranschluss – all diese Szenarien profitieren von der schnellen Verfügbarkeit.
Besonders wertvoll ist Satelliten-Internet als Backup-Lösung für geschäftskritische Anwendungen. Fällt die Hauptverbindung aus, springt automatisch die Satellitenverbindung ein und sichert die Geschäftskontinuität. Für Unternehmen mit hohen Ausfallkosten – etwa im E-Commerce oder bei Cloud-basierten Diensten – kann diese Redundanz entscheidend sein.
In der Logistik und im Transportwesen ermöglichen mobile Satellitenterminals Echtzeit-Tracking, Telematik und Kommunikation auch in Regionen ohne Mobilfunkabdeckung. Reedereien statten Schiffe damit aus, Fluggesellschaften bieten In-Flight-Internet an, und Bergbauunternehmen vernetzen entlegene Minen.
Ein weiterer Aspekt: Die Skalierbarkeit. Ein Unternehmen kann innerhalb kürzester Zeit neue Standorte anbinden, ohne auf den Ausbau der lokalen Infrastruktur angewiesen zu sein. Das beschleunigt Expansionspläne erheblich.
Satelliten-Internet für Behörden: Krisenmanagement und Grundversorgung
Für Behörden und öffentliche Einrichtungen spielt Satelliten-Internet eine zunehmend wichtige Rolle in mehreren Bereichen. Im Katastrophenschutz ist es oft die einzige Kommunikationsmöglichkeit, wenn Hochwasser, Erdbeben oder Stürme die terrestrische Infrastruktur zerstört haben. Rettungskräfte können so Einsätze koordinieren, Lagezentren einrichten und mit der Außenwelt kommunizieren.
Polizei und Feuerwehr setzen mobile Satellitenterminals in ihren Einsatzfahrzeugen ein, um auch in Funklöchern oder bei Großveranstaltungen handlungsfähig zu bleiben. Bei Waldbränden, Bergrettungen oder Einsätzen in abgelegenen Gebieten ist diese Unabhängigkeit von bestehender Infrastruktur lebensrettend.
Kommunalverwaltungen nutzen die Technologie, um die digitale Grundversorgung in unterversorgten Gemeinden sicherzustellen. Schulen, Bibliotheken und Bürgerzentren in ländlichen Regionen können so an digitale Verwaltungsangebote und Bildungsplattformen angeschlossen werden. Das trägt zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse bei und verhindert digitale Ausgrenzung.
Auch bei der Überwachung kritischer Infrastruktur wie Wasserleitungen, Kläranlagen oder Energienetzen in entlegenen Gebieten bietet Satelliten-Internet eine zuverlässige Verbindung für Sensoren und Steuerungssysteme. Die Unabhängigkeit von lokalen Netzbetreibern erhöht zudem die Sicherheit sensibler Kommunikation.
Sie interessieren sich für Satelliten-Internet?
Wir beraten Sie gerne – unverbindlich und individuell! Egal ob Sie als Privatperson nach einer Alternative zu langsamen DSL-Verbindungen suchen, als Unternehmen eine zuverlässige Backup-Lösung benötigen oder als Behörde Ihre Krisenmanagement-Kapazitäten erweitern möchten – wir finden die passende Lösung für Ihre Anforderungen.
Drei Generationen: GEO, MEO und LEO
Nicht alle Satelliten-Internetsysteme sind gleich. Der entscheidende Unterschied liegt in der Höhe, in der die Satelliten um die Erde kreisen.
Geostationäre Satelliten (GEO)
Die erste Generation von Internet-Satelliten operiert in einer geostationären Umlaufbahn etwa 36.000 Kilometer über dem Äquator. Diese Satelliten bewegen sich synchron mit der Erdrotation und erscheinen daher von der Erde aus gesehen stationär am Himmel. Das macht die Ausrichtung der Antenne einfach, denn sie muss nur einmal justiert werden.
Der große Nachteil ist die Latenz: Da die Signale eine Strecke von über 70.000 Kilometern zurücklegen müssen (hin und zurück), entstehen Verzögerungen von 600-800 Millisekunden. Das macht Videokonferenzen oder Online-Gaming zur Geduldsprobe.
Satelliten in mittlerer Erdumlaufbahn (MEO)
MEO-Satelliten kreisen in Höhen zwischen 2.000 und 20.000 Kilometern. Sie bieten einen Kompromiss zwischen GEO und LEO: bessere Latenz als geostationäre Satelliten, aber weniger Satelliten nötig als bei LEO-Konstellationen. Allerdings sind sie weniger verbreitet für Internet-Dienste.
Low Earth Orbit Satelliten (LEO)
Die neueste Generation von Satelliten-Internet setzt auf LEO-Konstellationen in Höhen von nur 500-2.000 Kilometern. Anbieter wie Starlink, OneWeb oder Amazon’s Project Kuiper setzen auf diese Technologie.
Die Vorteile sind beeindruckend: Latenzen von nur 20-40 Millisekunden machen LEO-Satelliten-Internet konkurrenzfähig mit terrestrischen Breitbandverbindungen. Auch die Datenraten sind deutlich höher – Starlink bietet beispielsweise Geschwindigkeiten von 50-200 Mbit/s, teilweise sogar mehr.
Der Haken: Es braucht Tausende dieser Satelliten, um eine globale Abdeckung zu erreichen. Die Satelliten bewegen sich außerdem schnell über den Himmel, weshalb das Nutzerterminal ständig zwischen verschiedenen Satelliten wechseln muss. Moderne Terminals mit Phased-Array-Antennen erledigen dies automatisch und elektronisch, ohne mechanische Bewegung.
Technik im Detail
KU-Band (23.5° Ost)
Die ersten Satelliten im KU Band konnten Daten nur in eine Richtung senden, über die Satellitenschüssel konnte man die Daten also nur empfangen. Zum Versenden der Daten brauchte man noch einen Telefonanschluss, damit E-Mails nicht nur empfangen sondern auch gesendet werden konnten.
Im weiteren Verlauf wurde der Dienst bidirektional ausgebaut, also senden und empfangen über Satellit. Internet via Sat im KU Band wird heute noch von vielen Campern genutzt, da sich der Footprint (Ausleuchtzone) über ganz Europa ausdehnt. Die Bandbreite liegt hier bei max. 10 Mbit/s. Der Dienst wird Anfang 2023 eingestellt.KA-Band (28.2° Ost) (Dienst wurde im Frühjahr 2023 eingestellt)
Novostream nutzt den KA-Band Satellit, der ebenfalls bidirektional arbeitet, ein Satellit also, der Daten sowohl senden als auch empfangen kann. Der große Vorteil liegt in der höheren Bandbreiten von bis zu 20 MBit/s.
KA-Band (9°Ost)
Ein weiterer von Novostream genutzter Satellit ist der Viasat Satellit (ehemals Eutelsat/ tooway). Mit diesem Satellit sind Bandbreiten bis 50 Mbit/s möglich.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, über diesen Anschluss per VoIP telefonieren. Damit ist man komplett unabhängig von irgendwelchen Telefon- oder Fernsehanschlüssen. Der Internetanschluss von Novostream ist überall in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Benelux oder der Schweiz verfügbar.
Signallaufzeit (Latenz)
Es gibt aber Einschränkungen, wie zum Beispiel die Signallaufzeit (Latenz), welche im Satelliteninternet bei min. 550 ms liegt. Das ist für das „normale“ surfen nicht das große Problem, jedoch für zeitkritische Anwendungen wie zum Beispiel für manche Online Spiele wie Ego Shooter Games.
Antenne und Modem
Mit nur wenigen Schritten richten Sie die Satellitenschüssel auf den Satelliten aus, der in einer Höhe von 36.000 km über der Erde „steht“. Sobald die Antenne erfolgreich ausgerichtet ist, meldet sich das Modem beim System an. Alle Informationen für die Montage der Sat-Anlage. Während des Anmeldeprozesses ermittelt das System automatisch, ob das Modem ausreichend Signal hat und optimal ausgerichtet wurde.
Sobald die Qualität der Ausrichtung geprüft ist, steht Ihnen Internetzugang zur Verfügung. Die über Satellit zur Verfügung gestellte Internetkonnektivität ist identisch mit dem terrestrischen Internet: Sie können im Web zu surfen, Filme anzusehen, mit Freunden chatten usw.. Über die Internetverbindung können Sie aber auch telefonieren. So ist es möglich, einen ISDN-Anschluss „nachzubauen“, also drei Rufnummern und zwei Sprachkanäle.
Die Zukunft ist bereits in der Umlaufbahn
Satelliten-Internet hat sich von einer Notlösung für extreme Randgebiete zu einer ernsthaften Alternative für schnelles Breitband entwickelt. Mit LEO-Konstellationen wie OneWeb, die bereits hunderte Satelliten ins All gebracht haben, wird diese Technologie immer zugänglicher.
Für Menschen in ländlichen Gebieten ohne Glasfaser- oder Kabelanschluss, für digitale Nomaden auf Reisen oder für den Einsatz in Katastrophengebieten bietet Satelliten-Internet eine wertvolle Lösung. Und wer weiß – vielleicht wird deine nächste Videokonferenz über einen Satelliten geführt, der gerade mit 27.000 km/h über deinem Kopf hinwegfliegt.
Das Internet aus dem All ist keine Science-Fiction mehr, sondern Realität. Und es wird immer besser.
Novostream ist Partner von SES Astra für die Vermarktung von Astra O3b mPower. Der Service wendet sich an Industriebetriebe und Behörden.
Die Kosten von Satelliten-Intenret
Novostream hat die Tarife umgestellt. Bei uns können Sie sich nun zwischen 3 Tarifen ohne Volumenbegrenzung entscheiden. Bestellmöglichkeit finden Sie auf unserer Seite Tarife.
| Tarif | Beschreibung |
|---|---|
| Novo Speed 16 | 16 Mbit/s Download 4 Mbit/s Upload |
| Novo Speed 25 | 25 Mbit/s Download 6 Mbit/s Upload |
| Novo Speed 50 | 50 Mbit/s Download 6 Mbit/s Upload |
Für die Nutzung der Tarife benötigen Sie eine spezielle Satellitenantenne. Die Antenne können Sie Mieten oder Kaufen und ist sofort lieferbar. Der Aufbau, die Montage und das Einstellen der Antenne sind sehr einfach. Wir unterstützen Sie dabei telefonisch, mit einem Videotutorial und mit einer APP fürs Handy.